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Eva Siao, Harald Hauser: Sterne über Tibet

Eva Siao arbeitet für die staatliche Nachrichtenagentur Chinas, die sowjetische Nachrichtenagentur TASS sowie das Fernsehen der DDR. Sie fotografiert das offizielle und nicht offizielle China. Harald Hauser war Redakteur bei der Deutschen Volkszeitung und Mitarbeiter des Neuen Deutschlands . Von 1949 bis 1955 wirkt er für die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft und war Chefredakteur der Zeitschrift Die neue Gesellschaft ; er gründet die Freie Welt . Ab 1955 lebt Hauser als freier Schriftsteller in Berlin. 1956 reisten sie gemeinsam durch Tibet und trafen in Lhasa den noch jungen 14. Dalai Lama.

Harald Hauser (*17.12.1912 in Lörrach,6.8.1994 in Berlin) und Eva Siao (*8.11.1911 in Breslau,29.11.2001 in Beijing). Sie reisten 1956 von Lantschou am Gelben Fluß über die neue nordöstliche Fernstraße nach Lhasa. Sie sprachen mit adeligen Landbesitzern und "Leibeigenen" und mit tibetischen Beamten, Arbeitern und Mönchen. Auch eine Audienz beim jungen 14. Dalai Lama wurde gewährt. Sie berichten über die sich anbahnenden Änderungen und Modernisierungen im privaten und öffentlichen Leben und fahren dann von Lhasa aus weiter nach Schigatse zum Pantsc hen Ngoerhtehni in seinem Klosten Taschi-Lunpo. 1957 erscheint im VEB F.A. Brockhaus, Leipzig das gemeinsame Buch der Reise: TIBET. Es enthält ein Geleitwort des 14. Dalai lamas.Vier Jahre später erscheint vom gleichen Autorenteam und im gleichen Verlag eine Neuauflage im Kleinformat "Sterne über Tibet". Eva Siao war 1959 erneut nach Tibet gefahren. Es handelt es sich hier aber nicht um einen neuen Reisebericht, der wesentliche Inhalt fußt auf der Ausgabe von 1957, ergänzt um neue Fotos und textliche Veränderungen. Anlass für die erneute reise von Eva Siao war der „Volksaufstand 1959“ in Tibet.

„Am 7. April wurde eine Pressekonferenz abgehalten, auf der General Zhang Jingwu, der Unterzeichner des Vertrages von 1951, über die aktuelle Lage in Tibet berichtete. Auch wenn der 14. Dalai Lama außer Landes sei, würde man ihn anerkennen. Allerdings dürfe er weder in Wort noch in Tat etwas gegen die Zentralregierung unternehmen, die übrigens schon lange vorher von den Aufstandsvorbereitungen gewusst hätte. Über den Dalai Lama waren viele Gerüchte im Umlauf: So soll er an die Regierung in Beijing geschrieben und um Schutz gebeten haben. Andere meinten, man hätte ihn gezwungen, nach Indien zu gehen. Und wieder andere sagten, er sei freiwillig gegangen. Ab Mai wurde gemunkelt, eine Gruppe von Journalisten solle nach Tibet fahren, um die Lage dort mit eigenen Augen zu sehen. Im August 1959 war es dann endlich soweit: Das Informbüro hatte für die in China akkreditierten Journalisten eine Flugreise organisiert, die uns über Xining, wo wir wegen schlechten Wetters ein paar Tage Aufenthalt hatten, nach Lhasa und ins Landesinnere führte. Wir waren drei Deutsche: Willi Lange vom DDR-Rundfunk, Lutz Zempelburg vom Neuen Deutschland und ich. Außerdem nahmen Kollegen aus der CSR, UdSSR, aus Polen, Bulgarien, Rumänien, Großbritannien, Frankreich und Italien an dieser Informationsfahrt teil.“ (Aus: Eva Siao, China mein Traum, mein Leben, S. 345, ECON TB, 1997)

Dt. Übersetzung des Geleitwortes des Dalai Lamas im Buch TIBET von Eva Siao und Harald Hauser:

"Dieses Geleitwort übergab der Dalai Lama Eva Siao und Harald Hauser in Lhasa: Die Autoren dieses Buches schildern das Leben im heutigen Tibet so, wie es tatsächlich ist. Sie haben die Gedanken, die Hoffnungen und das Streben des tibetischen Volkes verstanden. In Bild und Wort dieses Buches werden die unbegrenzten Kräfte unseres großen Vaterlandes sichtbar, die sich jetzt entfalten. Mit allen Völkern der Chinesischen Volksrepublik ziehen auch wir eine helle Straße. Mögen die Leser unsere Freunde werden, wie wir die Freunde all derer sind, die den Frieden lieben und sich dem vorwärtsschreitenden Leben zuwenden.

Dalai Lama 1. Oktober 1956 "

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