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Archiv für die Kategorie ‘Alan Winnington’

Heute wäre Alan Winnington 100. Jahre geworden

16. März 2010 Keine Kommentare

1980 schrieb Alan Winnington (* 16. März 1910 in London; † 26. November 1983 in Ost-Berlin) seine Autobiographie Breakfast with Mao, die postum veröffentlicht wurde. 1948 passiert Alan Winnington  englischer Mitarbeiter des Daily Worker, mit Unmengen von Wodka aber ohne gültiges Visum auf recht ungewöhnliche Art die mandschurische Grenze: In der sibirischen Grenzstadt Otpur wird für den Genossen eigens eine Dampflokomotive angeheizt, ein offener Güterwagen angekoppelt und darauf sein Gepäck und ein Küchenstuhl gestellt. So hält er Einzug in Manzhouli und wird Presseberater von Mao Tse-tung, Mehr…

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Die Sklaven der Kühlen Berge

24. September 2009 Keine Kommentare

a.W. Sklaven der k BAlan Winningtons anthropologische Studie von 1957 (Verl. Volk u. Welt 1961) über die Norsu(Lolo), Wa und Jingpow ist eine einzigartige Studie über diese Minderheiten an der chinesischen Südwestgrenze. Der in Peking als Journalist akkreditierte Autor reiste 1957 zu den Lolo, diesem kaum erforschten, zurückgezogen lebenden Volk am Oberlauf des Goldsand-Flusses in den südostchinesischen Grenzbergen zu Tibet. Die Lolo (eine unscharfe Bezeichnung, richtiger “Norsu”, d. i. ‘Volk der schwarzen Knochen’ genannt) halten sich selbst für Abkömmlinge der Tibeter und haben jahrhundertelang in einer matriarchalisch geprägten aristokratischen Lebensweise sowohl Norsu-Leibeigene wie auch ein Heer von Sklaven (meist aus der Tiefebene geraubt) für sich arbeiten lassen. Winnington wird Zeuge, wie die chinesischen Kommunisten nach langwierigen Verhandlungen Leibeigenschaft und Sklavenhaltung abschaffen; Unprätentiös und unpolitisch schildert er, was er an alten Strukturen noch vorfindet, führt Interviews und gibt einen ethnologisch hochinteressanten Bericht über dieses tibetische Grenzvolk, dessen Erforschung zahlreiche Forscher und Missionare, die sich in früheren Jahrzehnten dorthin gewagt hatten, mit ihrem Leben bezahlen mußten. Ein lebendiges, spannendes, ein interessantes und zu wenig beachtetes Buch, das zudem wichtiges wissenschaftlich verwertbares Material enthält. Mehr…

The Slaves of the Cool Mountains

17. März 2009 2 Kommentare

Alan WinningtonThe Slaves of the Cool Mountains: Travels Among Head-Hunters and Slave-Owners in South-West China, so der Titel eines jüngst Lodon erschienenen Buches von Alan Winnington, welches in dieser Form schon 1959 auf den englischen Markt kam. Ein analoger Titel in deutscher Sprache ist nicht publiziert worden. M.P. hat aber eine andere interessante Sache gfunden. Deutsch: Die Sklaven der Kühlen Berge. Deutsche Übersetzung von Roswitha Czollek. Mit 36 Fotos des Autors, Karten im Vor- und Nachsatz. 300 S. Verlag Volk und Welt, Berlin 1961.

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Nun ist sie da: Tibet: Die wahre Geschichte

25. November 2008 Keine Kommentare

„Mit diesem Buch möchte ich dazu beitragen, das Geheimnis Tibet zu enthüllen.“ Das ist dem Autor gelungen. Tausende Kilometer legte er zurück in Tibet, lernte Sitten und Gebräuche kennen, sprach mit Menschen aus allen Schichten, studierte die Veränderungen, die nach der Wiedervereinigung mit China vonstatten gingen. Er sah das Land nicht mit den Augen eines Touristen; er versuchte an Ort und Stelle den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen auf den Grund zu gehen. Die jüngsten Ereignisse auf dem „Dach der Welt“ haben eine Vorgeschichte, die wohl kaum ein Europäer besser kennt als Alan Winnington. Sein fesselnder Erlebnisbericht lässt uns die Gegenwart dieses Landes besser begreifen. Basis dafür bildeten längere Reisen durch das Land. Er war auch zum Tee beim Dalai Lama in Lhasa geladen. Nun erscheint erstmalig eine Neuauflage seines Buches von 1960.
Alan Winnington (1910-1983), englischer Journalist und Schriftsteller, war in den vierziger und fünfziger Jahren als Korrespondent in China, schrieb über die Revolution und den „Langen Marsch“, über die Kriege der USA in Korea und Vietnam. Ende der fünfziger Jahre nahm er seinen Wohnsitz in Berlin, Hauptstadt der DDR. Neben seiner journalistischen Arbeit schrieb er Reisebücher (besonders über Ostasien) Romane, Krimis und Kinderbücher.
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Das Neue Berlin; Auflage: 2. , Berlin 2008
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Alan Winnington: Tibet teil 4

20. April 2008 Keine Kommentare

Zum Tee beim Dalai-Lama: In den 50er Jahren reiste der britische Journalist Alan Winnington durch Tibet. Wer den Dalai-Lama sehen will, muß, der Etikette entsprechend, zwei Tage vorher seine Vorbereitungen treffen. Diese Zeit braucht man auf jeden Fall, um sich das genau festgelegte Zeremoniell anzueignen, das von jedem verlangt wird, der dem jungen Gottkönig seine Aufwartung machen will. Der Dalai-Lama ist die Reinkarnation Tschenresis, der Allumfassende Lama, der Hüter des Blitzes und der Edle Beschützer, der die Möglichkeit geopfert hat, ein Buddha zu werden und ins Nirwana einzugehen, und nun in verschiedenen Körpern immer wieder zur Erde zurückkehrt, um allen lebenden Geschöpfen zu einem höheren Dasein zu verhelfen.

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Er war stets dort, wo die Klasse kämpfte

3. März 2008 Keine Kommentare
Der Journalist Alan Winnington wäre am 16. März 75 geworden
Von Harry Thürk

Alan Winnington,
16. 3. 1910–
26. 11. 1983

Als ich das erste Mal in seinem Haus in Peking selbstgebrautes Ingwer-Bier trank, es war an einem 1. Mai, stellte er mich seinen anderen Gästen in der ihm eigenen, legeren Art vor: „Dieser Bursche hier kommt aus dem deutschen Staat, von dem wir alle schon nicht mehr glauben wollten, daß es ihn jemals geben kann…“ Damals ahnte er noch nicht, daß er wenig später in genau diesen neuen deutschen Staat DDR umsiedeln und hier bis zu seinem Tod im Jahre 1983 leben würde. Heute wäre er 75 geworden – wir alle, die wir ihn kannten, liebten, verehrten, mußten vorher von ihm Abschied nehmen.
Sein ganzes Journalistenleben lang diente Winnington selbstlos der Arbeiterklasse und der Sache des Internationalismus – stets war er dort zu finden, wo die Klasse kämpfte. Winnington war kein dilettierender Enthusiast, nein, dieser vielseitig gebildete, weltoffene, stets heitere Mann war – vielleicht ohne es selbst so zu sehen – seelenverwandt mit Egon Erwin Kisch: ein Kämpfer, Aufklärer und Unterhalter zugleich, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hatte. Nach langen Jahren der Arbeitslosigkeit war es ihm gelungen, 1933 bei kapitalistischen Londoner Blättern unterzukommen, obwohl er damals schon Bezirkssekretär der KP in der englischen Hauptstadt war. 1941 dann berief ihn seine Partei in eine zentrale Funktion. Fortan war Winnington, ob er als Pressebeauftragter des ZK, als Reporter oder als Redakteur beim Parteiorgan „Daily Worker“ arbeitete, Berufsrevolutionär.
Zu seinen unvergessenen Verdiensten gehört die Hilfe, die er mit seinen Erfahrungen und seinem Können für Bruderparteien leistete. 1948 erfüllte die KP Großbritanniens die Bitte der auf dem Marsch zum Sieg befindlichen KP Chinas und sandte Winnington in die bereits befreite Mandschurei, zu der legendären 8. Armee, wo er ein Nachrichtensystem aufbaute und Rundfunk-Pionierarbeit leistete. Ein Jahr später, im befreiten Peking, blieb er als Hauptberater der neuen Nachrichtenagentur Hsin-hua für englische Sprache tätig.
Der Korea-Krieg, der ein Jahr darauf begann, sah ihn als Korrespondenten des „Daily Worker“ an den Brennpunkten der Kämpfe, aber auch in den Lagern für englische Kriegsgefangene. Unzähligen jungen Leuten aus seinem Heimatland widmete er sich mit Geduld und Einfühlungsvermögen, öffnete ihnen die Augen und gab ihnen Anstöße zu politischem Denken. Großbritanniens Regierung rächte sich: Winnington wurde öffentlich als Landesverräter bezeichnet, sein Paß für ungültig erklärt, bei Heimkehr drohte ihm eine lange Haftstrafe. Es dauerte länger als ein Jahrzehnt, bis der Engländer Winnington endlich in seinem Lande Recht bekam und die Anschuldigungen gegen ihn unterblieben.

Er hatte inzwischen, gegen Ende der fünfziger Jahre, seine Tätigkeit in China beendet und war fortan als Korrespondent des „Morning Star“ in der Hauptstadt der DDR tätig. Hier heiratete er, die Kinder der Familie wuchsen heran. Der Vietnamkrieg führte Winnington bald wieder in das von ihm geliebte Asien. Zehn Jahre bevor über Saigon die Befreiungsfahnen wehten, tauschte ich, wie so oft, mit Winnington meine Eindrücke vom Kriegsschauplatz aus, und ich war beeindruckt vom Weitblick meines Kollegen und Freundes.
Es war die ermutigende Atmosphäre unserer literarischen Landschaft, die aus dem exzellenten Journalisten Winnington in den letzten beiden Jahrzehnten seines Lebens noch einen Schriftsteller werden ließ, dessen völkerkundlich hochinteressante Arbeiten ebenso wie die von ihm erfundenen literarischen Gestalten seinen Büchern bald eine wachsende Lesergemeinde bescherten.

Quelle: Neues Deutschland, 16./17.03.1985

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A. Winnington: Der Doppelagent

21. Februar 2007 Keine Kommentare

Tibet zu Beginn des 20. Jahrhunderts: ein von einheimischen Feudalcliquen geschwächtes Land, unter chinesischer Vormundschaft vegetierend, den Machthabern des zaristischen Russlands ebenso ins Auge stechend wie denen der britischen Krone – beide trachten, das Land unter ihren Einfluss zu bringen, es sich einzuverleiben.

 

 

 

 

 

 

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Ein Buch mit brennender Aktualität: „Alan Winnington: Der Himmel muß warten“

21. Januar 2007 Keine Kommentare

Seit dem Putschversuch der tibetischen Aristokratie im Jahre 1959 ist erst kurze Zeit verflossen. Da viele der am Aufruhr Beteiligten heute noch leben, muß an dieser Stelle ausdrücklich darauf verwiesen werden, daß jegliche Ähnlichkeit zwischen Gestalten dieses Buches und noch lebenden Personen rein zufällig ist. Bei den Bemühungen des Autors, die Namen von lebenden Personen nicht zu verwenden, bilden lediglich der Dalai Lama und der Pantschen Lama Ausnahmen. Ihre in diesem Buch beschriebenen Charaktereigenschaften und wiedergegebenen Äußerungen basieren auf den Interviews, die beide Staatsmänner dem Autor gaben, und auf sorgfältig überprüften Augenzeugenberichten über die Ereignisse, die sich in jenen Tagen im Juwelenpark zu Lhasa abspielten. März 1962, Alan Winnington. Mehr…

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