Nicholas Roerich

 

Nicholas Roerich in Kulu

Nicholas Roerich in Kulu

Nicholas Roerich (1874-1947)

Rerich (Roerich), Nikolaj (Nicholas) Konstantinovic, Lyriker, Essayist, Maler, 9.10.(27.9.)1874 St.Petersburg – 13.12.1947 Nagar, Kulu-Tal, Pandschab, Indien.

Roerich studierte 1893-97 an der St.Petersburger Akademie der Künste, gleichzeitig an der Universität, wo er 1898 die Juristische Fakultät abschloss. Zur Erweiterung seiner Kenntnisse als Maler ging er 1900-01 nach Paris. Ab 1901 übernahm Roerich organisatorische Aufgaben im Bereich der Kunst, war u.a. 1906-18 Direktor an einer Kunstschule, ab 1909 ordentlicher Mitglied der Akademie der Künste, 1910-18 Vorsitzender der dem Symbolismus nahen Vereinigung „Die Welt der Kunst“ (Mir iskusstva). 1910-14 arbeitete Roerich auch als Bühnenbildner (u.a. für Werke I.Stravinskijs und S.Djagilevs) und schuf  Pläne für die Ausmalung und Mosaikgestaltung von Kirchen. Im Mai 1918 reiste Roerich nach Finnland aus, im Herbst 1920 nach London. Dort begegnete er Rabindranath Tagore und blieb bis 1939 kurz vor dessen Tod, mit ihm in Kontakt.

1920-23 arbeitete Roerich in den USA, wo 1923 ein eigenes Roerich-Museum in New York  für seine Bilder eingerichtet wurde. 1923 folgte Roerich Tagores Einladung nach Indien, nahm im Kulu-Tal 1928 dort seinen ständigen Wohnsitz. 1925-28 und 1934-35 unternahm Roerich 2 Expeditionen durch Asien, 1926 auch einen Besuch in Moskau. Roerichs Haltung gegenüber der russischen Revolution war mehr als ambivalent. Er sah, wie reformbedürftig das Land war, und verfolgte die Bewegung zunächst mit Sympathie.  Bei seinem letzten Besuch in St. Petersburg im Januar 1918 versuchten ihn viele zu überreden, im Land zu bleiben. Sogar eine Stelle im Kulturministerium wurde ihm angetragen. Lenin nannte er in seinen Briefen einen Meister. Roerich hielt jedoch Distanz zu den Ergebnissen der Oktoberrevolution. Dennoch nahm er regen Anteil am Schicksal seiner Heimat.

Im Zweiten Weltkrieg versuchte er, Hilfslieferungen für die sowjetische  Zivilbevölkerung zu organisieren. Wichtigen literarischen Niederschlag fand Roerichs Indienerfahrung in dem Buch „Shambhala“ 1930 (d.1988). Roerich setzte sich auch aktiv für die Bewahrung der Kulturguter in der Welt ein, seine Losung „Frieden durch Kultur“ lag dem Roerich-Pakt, der unter Präsident Roosevelt 1935 unterzeichnet wurde, zugrunde. Der Name des indischen Mahatma Morya im Titel weist die geistige Grundhaltung aus. Neben dem russisch-orthodoxen Christentum und de Theosophie war er vom Buddhismus und Hinduismus beeinflusst. Darüber hinaus prägten ihn nun die Lehren des Agni-Yoga.  Das künstlerische Schaffen Roerichs wird auf 7.000 Gemälde und 10 Bände an Gedichten, religiös-ethischen Aussagen, Essays, Kurzromanen, Erzählungen, Märchen und Publizistik geschätzt. Weniges ist gesammelt. 1987 wurde vom SV UdSSR eine Kommission für den literarischen Nachlass gebildet. Im Mai 1990 wurde der Nachlass der Roerichs aus Indien einem neuen Roerich-Fond und Museum in Moskau übergeben.

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