50 Jahre Aufstand des tibetischen Mönchsadels

Siao/Hauser Sterne über Tibet„Im August 1959 war es dann endlich soweit: Das Informbüro hatte für die in China akkreditierten Journalisten eine Flugreise organisiert, die uns über Xining, wo wir wegen schlechten Wetters ein paar Tage Aufenthalt hatten, nach Lhasa und ins Landesinnere führte. Wir waren drei Deutsche: Willi Lange vom DDR-Rundfunk, Lutz Zempelburg vom Neuen Deutschland und ich. Außerdem nahmen Kollegen aus der CSR, UdSSR, aus Polen, Bulgarien, Rumänien, Großbritannien, Frankreich und Italien an dieser Informationsfahrt teil.“ Das berichtet Eva Siao in ihrem Buch, welches sie mit Harald Hauser über ihre Reise nach Tibet –  Anlaß war der „Volksaufstand 1959“ – in 2. Auflage 1961in Leipzig veröffentlichte. M.P. meint: Was Du über die Situation 1957 in Tibet wissen willst, erfährst Du u.a. hier!.Es handelt es sich hier aber nicht um einen neuen Reisebericht (Tibet, Hg. Eva Siao/Harald Hauser, Bildband -162 Seiten – 1. Auflage, Brockhaus Leipzig, 1957 und Sterne über Tibet, Leipzig 1961), der wesentliche Inhalt fußt auf der Ausgabe von 1957, ergänzt um neue Fotos und textliche Veränderungen. Der Neuauflage sind deshalb einige neue Fotos hinzugefügt und auch der Text von Harald Hauser ist aktualisiet worden.

 

Chen Yi, damals stellvertr. Vorsitzender des Staattsrates, seit 1958 Außenminister der VR China und der Dalai Lama in Lhasa 1958

Chen Yi, stellvertr. Vorsitzender des Staatsrates, seit 1958 Außenminister der VR China und der Dalai Lama in Lhasa 1958

Am 11. März 1959 schrieb der Dalai Lama:………. Ich hatte gestern die Absicht, zur Theatervorstellung ins Militärkommando zu kommen, aber es war mir u wenigen üblen Elementen angestiftet worden waren und die Tatsachen nicht kannten, hinderten mich daran. Ich schäme mich unsagbar. Ich bin sehr besorgt und weif} nicht, was ich tun soll . . . Reaktionäre, üble Elemente verursachen Zwischenfälle und gefähr­den unter dem Vorwand, mich zu schützen, meine Sicherheit. Ich suche nach Mitteln, um die Lage zu beruhigen . . .“

Am 12. März schrieb der Dalai Lama an den General: „. .. Die ungesetzlichen Handlungen der reaktionären Clique machen mich besorgt und traurig … Ich unternehme jede nur mögliche Anstrengung, um der Zwischenfälle Herr zu werden, die gestern und vorgestern unter dem Vorwand, meine Sicherheit zu gewährleisten, inszeniert wurden und die nur zu einer ernsthaften Entfremdung zwischen der Volksregierung und der örtlichen Regierung führen können . , . Bitte, teilen Sie mir offen jede instruktive Ansicht mit, die Sie für mich haben.“

Am 16. März schrieb der Dalai Lama: „. . . Obwohl die Dinge hier und draußen noch immer schwer beizulegen sind, versuche ich doch unauffällig, eine Treffen der  Regierungsmitgliedcrn und den Gegnern der Revolution zu ziehen. In ein paar Tagen, wenn genügend Kräfte vorhanden sind, denen ich trauen kann, werde ich heimlich zum Militärkommando kommen. Sobald es an der Zeit ist, werde ich Sie  verständigen. Ich bitte Sie, verläßliche Maßnahmen zu treffen. Wie ist Ihre Meinung? Bitte, schreiben Sie mir oft.“

Diese handgeschriebenen Worte des 14. Dalai Lama und die folgenden Zeilen aus dem Telegramm des Pantschen Erdeni vom 29. März 1959 an Mao Tse-tung und Tschou Enlai wiegen schwerer als die tausend Tonnen westlicher Druckerschwärze, die gegen die geschichtliche Wahrheit verwalzt wurden: „. .. Die reaktionäre Clique der Oberschicht, . . hält seit dem 10. März dieses Jahres den Dalai Lama in Gewahrsam. Sie ermordete patriotisch gesinnte und fortschrittliche Menschen, verfolgte tibetische Funktionäre und Arbeiter, übte nun offen Verrat am Vaterland und an ihrem eigenen Volk. Im Verein mit den Imperialisten und der Tschiang-Kaischek-Clique wagte sie in der Nacht vom 19. zum 20. März eine allgemeine Offensive auf die in Lhasa stationierten Verbände und Einheiten der Volksbefreiungsarmee . . . Durch ihren Verrat am Vaterland hat sie sich außerhalb der Gesetze gestellt und wird von den breiten Massen der Bevölkerung und allen Patrioten in Tibet aufs schärfste verurteilt. Die entschlossenen Militäraktionen, die dem Befehl des Staatsrates zufolge von den Garnisonen der Volksbefreiungsarmee in Tibet durchgeführt wurden – die. Auflösung der örtlichen Regierung und die Niederwerfung des Putsches -, entsprechen voll und ganz den Interessen der Bevölkerung Tibets und werden daher von ihr in immer größerem Maße  und mit wachsendem Enthusiasmus unterstützt. Im Namen der tibetischen Bevölkerung, geistlichen wie weltlichen Standes, und in meinem eigenen begrüße ich den gewaltigen Sieg, den die Volksbefreiungsarmee mit der Niederwerfung des Putsches errang. Meine größte Sorge und Sympathie gilt dem Dalai Lama, der sich noch immer in der Gewalt der Putschisten befindet. Ich hoffe, darj es ihm bald gelingt, sich ihnen zu entziehen. Ich akzeptiere voll und ganz den Auftrag des Staatsrats, während der Abwesenheit des gewaltsam verschleppten Dalai Lama die Funktionen des Vorsitzenden des Vorbereitenden Komitees für das Autonome Gebiet Tibet auszuüben . . , Ich bin überzeugt, dar] das tibetische Volk zusammen mit der Volksbefreiungsarmee unter der weisen Führung der Kommunistischen Partei Chinas, der Zentralen Volksregierung und mit der mächtigen Unterstützung durch die allen Nationalitäten angehörenden 650 Millionen Bewohner des Vaterlands den Putsch endgültig niederschlagen und ein neues, blühendes, glückliches, sozialistisches Tibet aufbauen wird.“ ( S.7/8 aus Sterne über Tibet)

 

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