Das Schweizerische Begell ist untrennbar verbunden mit der Lebensgeschichte vom Maler und Künstler Alberto Giacometti (1901 – 1966), dessen Maßstab die Berge seiner Heimat waren. Der 125. Geburtstag und sein 60. Todestag stehen diese Jahr an. Alberto Giacometti wurde 1901 in Borgonovo im Bergell geboren. Er entwickelte in Paris eine künstlerische Sprache mit fragilen, aufragenden Figuren, die das Menschenbild des 20.Jahrhunderts prägten. Giacometti sagte einmal, er habe im Bergell gelernt, „wie weit ein Mensch entfernt sein kann, selbst wenn er vor einem steht“ Diese Distanz, diese Unschärfe, dieses Schwanken zwischen Nähe und Ferne – sie ist in jeder seiner Figuren eingeschrieben. Giacomettis Figuren stehen wie Menschen, die dem Wind trotzen. Dünn, lang, fast durchsichtig – und doch unendlich schwer. Obwohl er in Paris lebte, kehrte Giacometti immer wieder nach Stampa zurück. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Notwendigkeit. Das Bergell blieb sein innerer Maßstab bis zum Schluss. Das Giacometti Zentrum in Stampa (Centro Giacometti) ist heute der zentrale Erinnerungs‑, Forschungs‑ und Vermittlungsort zur Künstlerfamilie Giacometti im Bergell. Marco Giacometti ist sein prägender Kopf: Forscher, Kurator, Autor und Initiator zahlreicher Projekte, die das kulturelle Gedächtnis des Tals sichern. Der Sitz befindet sich im Geburtshaus von Giovanni Giacometti, im ehemaligen Hotel Piz Duan in Stampa. Das Atelier in Stampa ist der Ursprungsort der gesamten Giacometti‑Welt – ein unscheinbarer, fast stiller Raum, der dennoch die künstlerische DNA der Familie trägt. Es ist Giovanni Giacomettis Atelier, später auch Arbeitsraum von Augusto und Alberto, bevor dieser nach Paris ging. Das Atelier ist erhalten und kann im Rahmen von Führungen des Centro Giacometti besucht werden.







