Der Besuch gilt dem Sommerhaus von Bohumil Hrabal (1914 – 1997 ) im Böhmischen Kersko – ein Ort, der weniger ein Gebäude als ein Zustand ist. Es ist weiß mit grün gestrichenen Türen und Fensterläden. Ein Raum, in dem Katzen, Bierflaschen, Waldlicht und Erinnerungen ineinanderfließen. Ein Besuch bei Hrabal ist kein Interview, sondern ein Eintauchen in eine Welt, die sich selbst erzählt. Drinnen stapeln sich Papierstapel, alte Zeitungen – Sedimente eines Lebens, das sich nicht ordnen lässt. Bohumil Hrabal wuchs in Nymburk in einer Brauerei auf, das prägte seinen literarischen Stil maßgeblich. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Fahrdienstleiter bei der tschechischen Eisenbahn. Seine Bücher sind Geschichten über Bahnhofsarbeiter, Erinnerungen an Kellnerinnen und Anekdoten über Katzen, die heute in Kersko sind nicht mehr da sind. Das Haus ist eine Begegnung mit einem Mann, der den Alltag zur Kunst erhob, der die Menschen liebte, die sonst niemand sieht, und der die Sprache wie ein überlaufendes Gefäß behandelte. Er war ein Großmeister des Erzählens, wie z.B. in seinem Buch: „Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht“. Ein Besuch der Brauerei ist nur die logische Konsequenz und das Nachlesen im Buch übernimmt Jaroslav Rudiš, in Anwesenheit vom seinem Freund und Protagonisten. Noch mehr Infos unter: visitczechia.com.








