Das Gebäude des Prager Hauptbahnhofes ist nicht nur architektonisch und historisch ein ganz besonderes Objekt. Es spielte auch in einem Schwarzweiß-Kunstcomic eine nicht unwichtige Rolle, wie Jaroslav Rudiš erzählte und aufzeigte. Alois Nebel, so der Titel eines Zeichentrickfilmes über einen Fahrdienstleiter des kleinen Bahnhofs des fiktiven Ortes Bílý Potok – deutsch: Weißbach – im Altvatergebirge (Jeseník) in Tschechien. Produziert wurde der Streifen im Rotoskopie-Verfahre einer Graphic Novel von Jaroslav Rudiš und Jaromír Švejdík. Die Handlung spielt in der Tschechoslowakei im Herbst 1989. Alois Nebel wird auf mysteriöse Weise mit einem dunklen Kapitel aus seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, das sich kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs zutrug. Die gesamte Graphic Novel ist sehr literarisch, ganz die Sprache von Rudiš. Die Geschichte hatte er sich in den Jahren 2003 bis 2005 ausgedacht und sie wurde als Comicbuch in drei Bänden veröffentlicht und bildete nach deren Erfolg die Grundlage für den 82-minütigen s/w Film.



