Ein literarischer Streifzug durch Kneipen, Landschaften und Geschichten zwischen Liberec, Turnov, Budweis, Pilsen und dem böhmischen Himmel – mit Jaroslav Rudiš als lakonischem, warmherzigem, bierkundigem Begleiter. „Bier ist eine Landkarte“, sagt er. „Man muss nur wissen, wie man sie liest.“ Rudiš spricht über die Nordböhmische Seele: melancholisch, humorvoll, immer ein bisschen rebellisch. Über die Eisenbahnen, die er liebt. Über die Kneipen, die er sammelt wie andere Briefmarken. Und über das Gefühl, dass man in Böhmen nie allein trinkt – selbst wenn man allein am Tisch sitzt. In der Pivnice Záložna in Lomnice nad Popelkou – einer jener Orte, die Rudiš seine „Heimatkneipe“ nennt – trinken wir ein Rohozec 11°, frisch aus dem Tank, frischen geht nicht!. Der Schaum ist dicht, der Geschmack klar, ein Bier wie ein ehrlicher Handschlag. „Hier“, sagt er, „versteht man Böhmen. Nicht in Prag. Prag ist Bühne. Das hier ist Hinterzimmer.“ Mit dem Zug geht es nach Pilsen, der heimlichen Hauptstadt des Bieres. Rudiš blüht auf: „Die Bahn ist der beste Ort zum Denken. Und zum Trinken, wenn man vorsichtig ist.“ Zwischen den Hügeln erzählt er von seinen Romanen, von der Musik der Kafka Band, von Nächten in Berliner Kneipen, die ihn an Böhmen erinnern – „weil dort auch niemand pünktlich ist“. Er spricht über die Schönheit des Unperfekten, über die Kunst des langsamen Reisens und darüber, dass ein gutes Bier immer ein Gespräch beginnt, selbst wenn man schweigt. Im Bierkeller der Pilsner Brauerei hebt Rudiš sein Glas: „Na zdraví. Auf die Geschichten, die uns finden.“ Und für einen Moment scheint Böhmen genau das zu sein, was er verspricht: ein Land aus Bier, Melancholie, Humor – und Menschen, die wissen, dass man das Leben nicht zu ernst nehmen darf: denn, Bahn-Zeit trifft Bier-Zeit! Mehr Bier-Zeit Infos unter: visitczechia.com.


















