Ja, es ist schon Weihnachten!

Im Sächsischen Erzgebirge und im Vogtland laufen die Stollenbäcker zu ihrer jährlichen Hochform auf. Laut Überlieferung machte die nuschelige sächsische Aussprache die Stadt Dresden irrtümlich zum Herkunftsort des Weihnachtsgebäcks, doch der Legende nach erfand Bäckermeister Heinrich aus Torgau 1457 die heute als Dresdner Christstollen bekannte Köstlichkeit. Entstanden ist der Stollen aus einem einfachen Fastengebäck aus Mehl, Wasser und Bierhefe. Am 28. August 1490 unterschrieb Papst Innozenz VIII. in Rom ein Dekret, um die bereits praktizierte Backweise -Fastengebäck mit kostbaren Zutaten wie Rosinen, Mandeln, Zucker und Butter – zu legalisieren. Nach diesem päpstlichen „Butterbrief“ konnte das Verbot der gehaltvollen Zutaten gegen eine Spende außer Kraft gesetzt werden. Am Dresdner Königshof wurden nun Stollen Größenordnungen gefertigt und verspeist. Im 18. Jahrhundert aus dem Drasdower Stollen schließlich der weltweit bekannt und beliebte „Dresdner Christstollen“. Das Stollenbacken nach wie vor Handwerk ist, davon zeugt die Arbeit der Innungsbäcker, die sich zu entsprechenden Vereinen zusammengeschlossen haben um die Tradition zu bewahren, um gegen Plagiate und industrielle Massenproduktion Front zu machen. Ob Bergmannsstollen aus dem Erzgebirge von Bäckermeister Tobias Nönnig aus Ehrenfriedersdorf, dem Präsidenten des Erzgebirgischen Stollenverbandes – er erfand den „Bergmannsstollen“ – oder der des Vogtländischen Weihnachtsstollen Meister Jörg Schürer, dem Vorsitzenden des Stollenvereins Vogtland in Morgenröthe-Rautenkranz, oder der „Grubenstollen“ von Bäckermeister Wunderlich in Oelsnitz, sie alle eint die Liebe zum Genuss eines kulinarischen Stückes Heimat, denn damit wird Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes ein Fest für Genießer.

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