Hotel Schloss Mittersill und Ernst Schäfer

Schloss_Mittersill_Aussenansicht_PanoramaAuf einer Anhöhe, oberhalb von Mittersill im österreichischen Pinzgau gelegen, gibt das Schloss Mittersill einen beeindruckenden Panoramablick auf das Tal und die Kitzbüheler Bergwelt frei. Während des 20. Jahrhunderts Feriendomizil des Hochadels, anschließend Konferenzzentrum und Jugendherberge, gelangte es 2009 in Privatbesitz. Das Schloss blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, so spielte es eine besondere Rolle im Leben von Tibetforscher Ernst Schäfer, der hier mit seinem „Institut“ (Sven-Hedin-Institut) und seiner Familie als Schlossherr residierte. Schäfer in seiner unveröffentlichten Autobiographie dazu: „Gauleiter Scheel (der übrigens auch Reichs und Verteidigungskommissar war), der mich beschützte, bot mir sogleich seine Hilfe an, das halb-ausgebrannte Schloss Mittersill im Oberen Pinzgau wieder bewohnbar zu machen.“(S.321) Auf der Homepadge des Hotel Schloss Mittersill liest man dazu:

„Wie viele andere Orte im Salzburger Land und im Pinzgau, blieb auch Schloss Mittersill zwischen 1938 und 1945 von den nationalsozialistischen Übergriffen nicht verschont. Nach dem Anschluss im März 1938 verließen die letzten ausländischen Gäste Mittersill, Baron von Pantz mußte Schloss Mittersill ebenfalls fluchtartig in Richtung USA verlassen. Nach dem Brand im Juli 1938 war die Nutzung zunächst fraglich, das Interesse am Schloss Mittersill war jedoch bei vielen damaligen politischen Institutionen groß.

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Ernst Schäfer auf Schloss Mittersill 1944 an seinem Schreibtisch

Das „Sven Hedin Institut für Innerasien und Expeditionen“, benannt nach dem gleichnamigen, damals äußerst populären schwedischen Tibetforscher“, war im Jänner 1943 an der Universität München gegründet worden. Aufgrund der bereits bestehenden, engen Verbindungen mit dem damaligen Reichsgau Salzburg, sollte das Schloss Mittersill eine „Ausbildungsschule für zukünftige Expeditionen in Ostasien“ beherbergen. Der Reichsgau Salzburg mietete schließlich das Schloss an und überließ dieses mittels eines Untermietvertrags dem Sven-Hedin-Institut. Voraussetzung für die Nutzung des Schlosses waren jedoch grundlegende Reparaturarbeiten, welche in der Folge bis Dezember 1943 durchgeführt wurden. Nach Abschluss dieser Arbeiten erhielt das Sven-Hedin-Institut für den Betrieb der Forschungseinrichtung selbst zusätzliche Arbeitskräfte. Am 24.März 1944 trafen 15 weibliche Häftlinge im Schloss ein. Bereits am 26. März 1944 wurden neun der Frauen nach Schloss Lannach (Steiermark) verlegt, wo sich eine weitere Außenstelle des Sven-Hedin-Instituts befand. Bei den in Mittersill verbliebenen Frauen handelte es sich um Angehörige der Glaubensgemeinschaft der „Zeugen Jehovas“, welche vornehmlich zu Reinigungsarbeiten und anderen Tätigkeiten im Haushalt eingesetzt wurden und im Schloss selbst untergebracht wurden. Am 8. Mai 1945 befreiten schließlich Soldaten einer von Tirol aus vorstoßenden US-Infanteriedivision die auf Schloss Mittersill gefangenen Frauen, wobei zwei der inhaftierten Frauen freiwillig auf Schloss Mittersill verblieben.“ (Quelle: www.schloss-mittersill.at.)

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