Neues über die Deutsche Tibetexpedition 1938/39?

Ein Buch, das nicht hält was er verspricht: Eine wissenschaftliche Quellenedition.  Es  handelt sich um den Reprint des Schäfer-Buches von 1943. Die Anmerkungen von Hg. Detlev Rose zum Forschungsgegenstand sind ein Überblick über einige Arbeiten zu diesem Thema und gehen nicht über das Buch von Wolfgang Kaufmann hinaus, sondern der Beitrag von Rose bringt nur Bekanntes in einem dem Verfasser genehmen Zusammenhang und gibt einen verklärten Blick auf das Buch von Schäfer, welches hier nur 1:1 wiedergegeben wird, ohne dass es einer kritischen Betrachtung unterzogen wird. Ähnlich verhält es sich mit den Bemerkungen zu Bruno Beger, der als letzter noch lebender Teilnehmer der Expedition 2009 verstorben ist. Nicht zuzustimmen ist Rose in seiner generellen Beurteilung der Expedition, dass sie „nicht ideologischen Zwecken diente“. (S. XXIX) Schon am 6.10.  1936 schreibt Schäfer an Himmler und legt ihm sein Konzept für eine großangelegte Expedition vor. Schäfer bat ihn „Oberbefehl und Protektion zu übernehmen!“, denn das  zu erforschende Gebiet “ sei für uns Deutsche von weittragendster Bedeutung“! Und Schäfer an Himmler am 12.2.1938, dass die Teilnahme von Beger und seine „SS-mäßige weltanschauung von grundlegender Bedeutung sein werde“.  Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Schäferschen Tätigkeit steht weiter noch aus. Mit solchen Reprints wird man der Sache nicht gerecht!

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